70 sind ihm zu wenig, 100 sind sein Ziel
Der Wehrheimer Christian Schröder musiziert einen Tag
lang mit Saxofonisten auf der Saalburg
Von Frank Saltenberger
Alleine geht‘s, doch gemeinsam bläst es sich besser. Und
wenn 70 Saxofone «tröten», wackelt die Saalburg.
Hochtaunus. 100 Saxofone – das ist die Zielmarke. Ganz so viele waren es zwar noch nicht,
aber wer so ehrgeizig ist, braucht einen langen Atem. Den hat Saxofonspieler Christian Schröder
aus Wehrheim. Vor sechs Jahren hat er das Projekt der 100 Saxofone ins Leben gerufen. Er woll-
te eine dreistellige Zahl von Saxofonisten zum gemeinsamen Musizieren zusammenbringen. Aber
es stagniert, seit drei Jahren bewegt sich die Teilnehmerzahl um die 70. «70 plus, wenn immer
über 70 kommen, bin ich schon zufrieden», sagte Schröder, etwas bescheidener geworden, aber
das große Ziel immer noch vor Augen.
Als Saxofonlehrer hat er schon vielen das Spielen beigebracht. Deshalb speist sich die Mega-
band zum Teil aus seiner Schülerschar. Und viele halten ihm über Jahre hinweg die Treue. Zum
jüngsten Saxofontreffen am Sonntag im Saal des Saalburgrestaurants kam beispielsweise ein
Saxofonspieler aus Bonn und hatte auch gleich seinen Sohn mitgebracht. Carlo heißt er, ist neun
Jahre alt und lernt erst seit acht Wochen auf dem Holzblasinstrument aus Blech. Wenn er so ta-
lentiert ist wie der Vater, dann dürfte er schnell weiterkommen. «Dein Vater hatte eine schnelle
Auffassungsgabe. Das Wichtigste war, dass er keine Fehler mitgeübt hat», stellte Schröder dem
Ehemaligen noch ein nachträgliches Zeugnis aus, um den Sohnemann zu motivieren.
Carlo war der Jüngste in der Sonntags-Big-Band, in der die Erwachsenen die Mehrheit stellten.
Zweite Ausnahme, die elfjährige Laura aus Wehrheim. Sie ist zum zweiten Mal dabei. «Als ich im
letzten Jahr zum ersten Mal da war, hatte ich erst seit vier Wochen Saxofonunterricht», sagte sie.
Der Lehrer: Christian Schröder. Damals konnte sie nur wenige Takte in wenigen Stücken mit-
spielen. «Bis jetzt habe ich alles mitgespielt», sagte Laura in einer Pause.
Schröder arrangiert die Stücke nicht nur nach der Instrumentenstimme, sondern auch nach den
unterschiedlichen Niveaus, das heißt, er sucht die Stücke so aus, dass auch Anfänger mitmachen
können. Sie spielen nur das mit, was sie schon können.
«Jetzt spielen wird die Blätter einfach mal so durch, und zum Schluss alle laut: Tequila!» Und los
ging es im Samba-Rhythmus: dadamdadadadadada ... Tequila! Das erste Mal war es noch ein
bisschen schwach, aber von Mal zu Mal wurde «der Ruf nach dem Kellner» lauter. Der Saalburg-
wirt erschien aber nicht. Er ist die «100 Saxofone» seit Jahren gewohnt, und «Tequila» gehört zu
den Standards.
Suche nach neuem Raum
«Vier neue Stücke habe ich diesmal dabei, damit es den Fortgeschrittenen nicht zu langweilig
wird», erklärte Schröder. Aber vielleicht wird es das letzte «Tequila» auf der Saalburg gewesen
sein, denn: «Wir müssen uns nach einem neuen Ort zum Üben und für das Abschlusskonzert am
Workshop-Abend umsehen», bedauerte Schröder. Die Saalmiete wurde drastisch angehoben,
und das übersteigt das Budget. Es sollte schon in der Nähe sein, meinte er, und würde sich über
Angebote freuen. Das eintrittfreie Abschlusskonzert, zu dem sich gewöhnlich noch Fortgeschrit-
tene hinzugesellen, die nicht mehr den ganzen Tag mitzuüben brauchen, war wieder gut besucht.
Danach trennten sich die Musiker aus nah und fern wieder. Bis zum nächsten September, ein
Veranstaltungsort wird sich schon finden, und mit den 100 klappt‘s sicher auch einmal.
Frankfurter Neue Presse vom 21.09.2010:
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Bisherige Auftrittstermine:
(letzte zuerst)
11.09.2011:
Saxophonparty, Oberursel
28.08.2011:
Museumsuferfest, Radio X
14.08.2011:
Käsmühle, Offenbach-Bieber
12.06.2011:
Hessentag, Oberursel
05.06.2011:
Dallesfest, Kelkheim-Münster
15.05.2011:
Käsmühle, Offenbach-Bieber
Frühere Auftrittstermine hier